Hauptprogramm vs. Zusatzangebote

Apps, Podcasts, Online-Streams – Radio kann heute mehr als je zuvor. Doch während manche Radiosender online stark auf Zusatzangebote setzen, besinnen sich andere auf ihr Hauptprogramm

Ganze sechzehn Streams bietet Krone Hit im Web an. Von „Charts“ über „Balkanbeats“ bis „Youngstars“. – „Unser USP ist ‚die meiste Musik‘. Je mehr Channels wir anbieten, umso mehr lösen wir dieses Versprechen ein“, sagt Ernst Swoboda, Geschäftsführer von Krone Hit. Die meisten User würden zwar auch online das Hauptprogramm hören. „Allerdings entfallen rund 20 Prozent der Zugriffe auf unsere zusätzlichen Channels“.

Auch Life Radio bietet online mehrere Channels an. „Man wollte einfach Teil des großen Webstream-Angebots sein“, sagt Doris Bernert, Leiterin des Bereichs New Media bei Life Radio Oberösterreich. Heute sieht man in möglichst vielen zusätzlichen Streams aber offenbar keine große Zukunft mehr. „Wir werden dieses Angebot vermutlich optimieren, das heißt etwas reduzieren“, sagt Bernert.

Podcasts: Zweitverwertung oder neuer Content?

Mit Podcasts gehen die beiden Sender ebenfalls unterschiedlich um.Krone Hit bietet Inhalte an, die extra für das Web bzw. die App produziert wurden. „Solche Podcasts sind lebendiger als Inhalte, die einfach aus dem Hauptprogramm übernommen werden“, sagt Swoboda. „Sie helfen uns, die Beziehung zu unseren Kernusern zu intensivieren.“ Bei Life Radio verzichtet man dagegen auf zusätzlich produzierte Podcasts. Bewusst, wie Bernert betont. „Unser Kernbereich ist der Hauptsender. Zusätzlicher multimedialer Content ist wichtig, muss aber eine sinnvolle Ergänzung sein.“ Nach Experimenten mit Web-TV und Online-Channels hat man sich bei Life Radio offenbar dazu entschlossen, sich wieder stärker aufs Hauptprogramm zu konzentrieren.

Radio als personalisierter Player mit vielen Inhalten gegenüber Radio als live gesendetes Programm. Ö1-Senderchefin Bettina Roither sieht hier keine Gegensätze. Ö1-Website und -App seien so konzipiert, dass grundsätzlich beides möglich ist. „Ö1 macht das Programm, für die Nutzung ist sein Publikum zuständig.“ Über weitere Formen der Personalisierung werde derzeit nachgedacht.

„Bewussteres Experimentieren“

Vergleicht man die Web-Angebote Österreichischer Radiosender und wie sie sich in den letzten Jahren verändert haben, fällt jedenfalls eine gewisse Unruhe auf. Die Experimentierphase scheint noch nicht vorbei zu sein. „Man weiß aber, in welche Richtung man will“, sagt Doris Bernert. „Es ist nun ein bewussteres Experimentieren.“

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2013  erschienen im „Medien Manager“.

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