Stefan Lassnig und Klaus Schauer im Interview: „Wir sind ein medialer Nahversorger“

Die RMA-Vorstände Stefan Lassnig und Klaus Schauer haben viel vor.

Seit Oktober 2012 führen der Kärntner Klaus Schauer und der Tiroler Stefan Lassnig als Vorstands-Team die Regionalmedien Austria (RMA). Ihre Zusammenarbeit sei pragmatisch, unkompliziert und geradlinig, erklären die beiden. „Wir treffen Entscheidungen unprätentiös und sachorientiert“, sagt Lassnig. Und weiter: „Wir spielen keine politischen Spielchen – das wäre in einem Zweier-Vorstand sehr gefährlich.“ Im Interview geben die beiden einen Einblick in zukünftige Projekte und sprechen über Konkurrenz und Chancen im Internet.

Wie relevant sind Stellenanzeigen für Regionalmedien?

Klaus Schauer: Wir wollen das Thema Arbeitsplatz noch näher an unsere Leserinnen und Leser bringen. Dieses Jahr werden wir den Stellenmarkt in allen Bundesländern in den Vordergrund rücken.

Stefan Lassnig: Wir bezeichnen uns selbst als medialer Nahversorger und nehmen das auch sehr ernst. Zur medialen Nahversorgung für den Leser gehört auch die Information darüber, ob es in seiner Umgebung Arbeitsplätze gibt, die für ihn interessant sein könnten. Und für unsere Kunden ist es interessant, weil sie zielgerichtet und punktuell werben können. Ein Kunde kann sein Stelleninserat bei uns so platzieren, dass er den Streuverlust minimiert.

Im Mitbewerb könnten damit Zeitungen Ihrer Eigentümer betroffen sein…

Lassnig: Nicht nur könnten – werden. Und sind es jetzt schon. In Tirol haben wir ja bereits einen sehr guten Stellenmarkt in unseren Medien, den Bezirksblättern Tirol. Dort stehen wir ganz klar in Konkurrenz zur Tiroler Tageszeitung der Moser Holding, 50%-Eigentümerin der RMA.

Stichwort Konkurrenz: Auch Job-Plattformen im Internet bieten teilweise sehr lokale Jobs…

Lassnig: Zu Online gibt es eigene Überlegungen, die darüber hinausgehen, nur ein Stelleninserat online zu stellen. Wir wollen sicher nicht das zehnte, zwölfte oder fünfzehnte Stellenportal in Österreich machen… Aber das braucht Zeit. Und auch hier liegt unser Fokus auf der Regionalität.

Auf Regionalität setzten auch andere starke Medienmarken, vor allem online, zum Beispiel Österreich.at. Wie werden Sie damit umgehen?

Lassnig: Etwas machen wollen und etwas gut machen, das sind zwei verschiedene Dinge… Ich spreche jetzt nicht konkrete Beispiele an, das meine ich ganz allgemein. Wir haben eine gute Chance, das Lokale ins Internet zu holen, denn das muss aus den Regionen kommen. Ich behaupte nicht, dass wir heute schon so weit sind. Aber wir sind stolz auf ca. 150.000 registrierte Leser-Reporter, unsere „Regionauten“. Rund 40.000 von ihnen stellen regelmäßig Beiträge online.

Schauer: Man kann sich vorstellen, dass jeder dieser „Regionauten“ auch etwas zu verkaufen oder zu kaufen hat. Wo man früher Kleinanzeigen-Portale gelauncht hat, hätte man hier vielleicht einen intelligenteren Zugang, um dieses Thema auch digital voranzutreiben…

 Willhaben.at für „Regionauten“?

Schauer: Nein, wir wollen den „Regionauten“ eine Plattform bieten, auf der sie in unterschiedlichen Austausch treten können. Ich will das nicht mit Willhaben.at vergleichen, da ist eine ganz andere Mechanik dahinter. Es ist mehr eine Digitalplattform, denn nur ein digitaler Handelsplatz.

Wird E-Commerce in Zukunft Thema für die RMA sein?

Lassnig: Wir haben einige Ideen zum Thema E-Commerce. Idealerweise bewegt sich das Produkt entlang unserer Kernkompetenzen, es sollte einen Bezug zum lokalen Leben haben.

Vertreter von Medien, die stark auf den nationalen Werbemarkt angewiesen sind, sagen hinter vorgehaltener Hand: Heuer schaut es nicht gut aus. Je lokaler es wird, umso heller werden die Gesichter. Wie ist das bei Ihnen?

Schauer: Der März war etwas verhalten, aber insgesamt sind wir „on track“. Wir haben unsere ersten Ziele erreicht.

Werden Sie die vielen Medien der RMA in naher Zukunft unter einer Marke vereinen?

Schauer: Im Augenblick ist das kein Thema für uns, aber für die Zukunft ist es nicht auszuschließen.

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2013  unter dem Titel „Wir sind regionaler Nahversorger“ erschienen im „Medien Manager„.

 

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