Michael Tillian: „Wir werden klar ein positives Ergebnis erreichen“

Geschäftsführer Michael Tillian zieht Bilanz über sein erstes Jahr bei Der Presse und WirtschaftsBlatt – und spricht über zukünftige Erlösquellen.

Als Sie vor gut einem Jahr zu Presse und WirtschaftsBlatt kamen, galten Sie als harter Sanierer. Wie sehen Sie sich heute selbst?

Ich bin ein konsequenter Leihunternehmer. Dort, wo ich die Verantwortung übernehme, handle ich, als wäre es mein eigenes Unternehmen. Ich fühle mich voll für alles verantwortlich und setze alles daran, die gestellten Zielsetzungen zu erreichen. Wirklich stolz bin ich aber auf mein Team: aus allen Bereichen stehen großartige Personen an meiner Seite, die mit Weitsicht und Engagement diese Unternehmen tragen. Dafür bin ich dankbar.

Was war die größte Zielsetzung 2013?

Die Verlust-Situation von 2012 zu beseitigen. Und daran arbeiten wir sehr intensiv.

Schaffen Sie 2013 ein positives Ergebnis?

Ich gehe davon aus, dass wir heuer für Presse und WirtschaftsBlatt ganz klar ein positives Ergebnis erreichen werden. Während wir beim WirtschaftsBlatt am besten Weg sind, die Verluste des vergangenen Jahres halbieren zu können, werden wir mit der Presse ein sehr gutes Jahr haben. Wir gehen davon aus, dass wir als Gruppe deutlich positiv sein werden.

 Welche Herausforderungen sehen Sie für das kommende Jahr?

Beim WirtschaftsBlatt haben wir im Kerngeschäft weitere Wachstumschancen, vor allem im KMU-Bereich und bei der Regionalisierung. Und für beide Marken sehe ich beim Corporate-Publishing große Chancen. Aktiv bauen wir unsere Club-Angebote, sowie die Event-Schiene aus. Außerdem startet die Bewerbung für die ersten Seminare der Presse-Akademie im November gerade. Wir bieten Weiterbildung für unsere Leser und Kunden in den thematischen Kernbereichen der Presse: Kommunikation, Wirtschaft, Wissenschaft, Recht, Kunst. Die Gründung einer Akademie liegt auf der Hand: Unsere Redakteure sind gefragte Moderatoren und Vortragende. Mit der Presse-Akademie haben sie nun einen Rahmen, ihre Expertisen und Fähigkeiten an Interessierte weiterzuvermitteln.

Was ist im Bereich Corporate-Publishing geplant?

Neben der Presse-Akademie entwickeln wir auch intensiv weitere Neugeschäftsideen. In einer Zeit, in der PR-Content am Fließband produziert wird, ist relevanter Inhalt wichtiger denn je. Wir sind es gewohnt, relevante Inhalte in höchster Qualität zu produzieren, sowohl im WirtschaftsBlatt als auch in der Presse. Und auch wenn unsere Corporate Publishing-Unit von der Redaktion getrennt ist, so herrscht dort dennoch dieselbe Kompetenz und dasselbe Qualitätsverständnis. Und davon profitieren auch unsere Kunden.

Sie haben Events angesprochen…?

Ob bei Austrian Leading Companies vom WirtschaftsBlatt oder bei der Austria Gala der Presse, bereits jetzt versammeln wir die Top-Entscheider des Landes bei unseren Veranstaltungen, die wir gemeinsam mit starken Partnern durchführen können. Hier liegt ebenfalls viel Potenzial, das wir bereits 2014 heben werden.

Kurier und Servus haben umfangreiche Online-Shops. Ist ähnliches auch für Presse und WirtschaftsBlatt interessant?

Das ist grundsätzlich durchaus interessant, sowohl für die Presse als auch für das WirtschaftsBlatt.

Welche Pläne haben Sie hier?

Konkrete Modelle sehen wir uns aktuell im Detail an. Was ich dazu allerdings schon sagen kann: Wir glauben nicht an Shoplösungen mit breitem Warensortiment, wo alles mögliche verkauft wird. Auch an E-Commerce gehen wir mit journalistischer Haltung heran und möchten unseren Usern eine Auswahl an Gütern bieten, die dem Qualitätsversprechen einer Presse oder eines WirtschaftsBlatts entsprechen und zu uns passen.

Das WirtschaftsBlattRegional gibt es bereits – Wird Regionalisierung weiter eine wichtige Rolle spielen, auch für die Presse?

Das ist aus meiner Sicht ein wesentlicher Weg. Hier haben beide Marken noch Wachstums-Potential. Das WirtschaftsBlatt Regional bewährt sich sehr gut; schon die erste Ausgabe war mehr als kostendeckend. Sowohl Leser als auch Anzeigenkunden nehmen das Produkt an. Ich glaube, dass wir in diesem Bereich noch sehr viel Potenzial haben. Es gibt offensichtlich ein großes Bedürfnis nach fundierter lokaler Wirtschaftsberichterstattung auf qualitativ hohem Niveau. Und das bieten wir mit WirtschaftsBlatt Regional. Wir denken auch darüber nach, ab Mitte 2014 das WirtschaftsBlatt Regional mit höherer Frequenz erscheinen zu lassen.

Werden die Redaktionen von Presse und Wirtschaftsblatt verschmelzen?

Wir prüfen derzeit, ob eine gemeinsame Organisation von Presse und Wirtschaftsblatt möglich ist und wie sie aussehen könnte.

 Kommt die Presse-Paywall 2014?

Ich möchte mich zeitlich nicht festlegen.

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2013 unter dem Titel „Wir werden klar ein positives Ergebnis erreichen“ erschienen im „Medien Manager„.

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