Ein Stadtmagazin für Frauen – Uschi Fellner-Pöttler und Andreas Eisendle im Interview

Uschi Fellner-Pöttler und Geschäftsführer Andreas Eisendle über die Zukunft der Bundesländerinnen, das neue wienlive und Konkurrenz in der Familie

Herr Eisendle, was ist bisher nicht ideal gelaufen, dass Sie sich mit Uschi Fellner-Pöttler Verstärkung holen mussten?

Andreas Eisendle: Es ist nicht so, dass wir große Schwächen hätten und sagen würden „da brauchen wir jetzt unbedingt die Uschi!“ – Sie ist für uns eine zusätzliche Ergänzung, die uns einen Turbo beschert. Wir rollen den Markt von den Bundesländern her auf. Natürlich braucht man da in Wien ein gutes Standing. Und ich glaube, ein stärkeres Standing als es Uschi in Wien hat, wird man schwer finden.

Frau Fellner-Pöttler, was wollen Sie ändern?

Fellner-Pöttler: Ich glaube, dass man die Magazingruppe der Bundesländerinnen insgesamt stärken kann, indem wir untereinander mehr Synergien schaffen. Und indem wir ein Bisschen einen Refresh machen, mehr nationale Themen hineinbringen – vielleicht auch das eine oder andere internationale Thema.

Bedeutet das auch etwas weniger Regionalität?

Fellner-Pöttler: Nein, auf keinen Fall! Die Stärke der Produkte liegt in der Regionalität. Das ist ganz klar. Und das Ziel darf nicht sein, diese Regionalität zu zerstören. Das geht auf keinen Fall. Man muss zusätzlich Nationalität hineinbringen.

Starkes Standing in Wien, mehr nationale Themen, Synergien – ist eine gemeinsame Redaktion für überregionale Inhalte geplant?

Eisendle: Es wird natürlich Synergien geben. Das bedeutet, dass bestimmte Themen von Wien aus bearbeitet und in den Bundesländern übernommen werden. Geschichten aus dem neuen wienlive werden auch für andere Bundesländer passen. Umgekehrt werden auch gute regionale Inhalte über Top-Events in den anderen Bundesländern ins neue wienlive übernommen werden.

Was genau haben Sie mit wienlive vor?

Fellner-Pöttler: wienlive wird zum Frauenmagazin. Unser Arbeitstitel ist Primadonna Live. Das neue Magazin wird es als Kaufmagazin geben und es wird alles enthalten, was ein gutes Frauenmagazin ausmacht.

Letzteres können auch Madonna und Woman von sich behaupten…

Fellner-Pöttler: Wir machen einen neuen Typ Frauenmagazin. Frauenmagazine gibt es viele, wie wir wissen. Hier haben wir zum ersten Mal die Chance, ein stadtbezogenes Frauenmagazin zu entwickeln. Wir werden tatsächlich das erste Stadtmagazin für Frauen machen. Dabei wird Wien als neuntes Bundesland widergespiegelt werden.

Nach der Namenslogik der anderen Magazine müsste der Titel Wienerin lauten…

Fellner-Pöttler: Genau (schmunzelt). Natürlich wär’s schön, wenn wir neben der Tirolerin und der Steirerin auch die Wienerin hätten. Aber wir werden das verschmerzen (lacht).

Die Inhalte sollen von der bestehenden wienlive-Redaktion geliefert werden. Ist das wirklich machbar?

Fellner-Pöttler: Die wienlive-Redaktion wird das schaffen. Und wenn nötig, werden wir die Mannschaft – und Frauschaft – verstärken. Aber im Moment sieht es nicht danach aus.

Wie viele Leserinnen wollen Sie in Zukunft erreichen?

Eisendle: Exklusive der Niederösterreicherin und der Burgenländerin haben wir laut CAWI-Print derzeit 545.000 Leserinnen. Das ist eine sehr beachtliche Basis. Jetzt werden wir die Produkte weiter stärken. 600.000 sind damit mindestens drinnen.

Frau Fellner-Pöttler, Sie haben sogar von bis zu 1 Million Leserinnen gesprochen…

Fellner-Pöttler: Schön wär’s schon. Und ich muss ehrlich sagen: Ich halte das nicht für unrealistisch. Im Gegenteil!

Was ist online geplant?

Eisendle: Derzeit rollen wir die einzelnen Bundesländerinnen-Websites aus. Im ersten Schritt wird es eine regionale Ausrichtung der jeweiligen Auftritte geben. Für die nächsten Schritte gibt es einige spannende Ideen, die aber noch konkretisiert werden müssen.

Frau Fellner-Pöttler, nun sind Sie ja auch direkte Konkurrentin Ihrer Tochter. Wie fühlt sich das an?

Fellner-Pöttler: Das sehe ich gar nicht so. Auch meine Tochter empfindet das nicht als Konkurrenz. Das fühlt sich ganz normal an. Wir arbeiten miteinander. Außerdem ist Madonna eine Magazinbeilage und kein eigenständiges Produkt. Diese Beilage ist deutlich jünger geworden, seit Jenny sie übernommen hat. Das ist auch gut so. Madonna ist für ganz junge Frauen. Wir richten uns mit den Bundesländerinnen eher an die erwachsenen Frauen (schmunzelt).

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2014  unter dem Titel „Ein Stadtmagazin für Frauen“ erschienen im „Medien Manager„.

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