Social Zeitung: Social Media und Medienhäuser

Die Social-Media-Auftritte heimischer Tageszeitungen im Überblick.

Link zum Artikel. Auf Facebook sind sie fast alle vertreten. Und auch auf Twitter kann man die meisten österreichischen Tageszeitungen finden. Doch wer einen digitalen Schritt weiter geht und auf WhatsApp, Instagram, Pinterest, YouTube und Vine nach Standard, Presse, Heute und Co. sucht, tut dies oft vergeblich. Und nicht wenige der Medien-Accounts zeichnen sich hier vor allem durch eines aus: Inaktivität.

Recht durchwachsen zeigt sich die Tageszeitungslandschaft auf Pinterest. Der Standard gehört zu jenen Titeln, die auf dem visuellen sozialen Netzwerk nicht mit einem eigenen Account vertreten sind – nicht mehr. „Wir waren vor vier Jahren auf Pinterest und haben das ausprobiert“. erklärt Lisa Stadler, Social-Media-Managerin bei derStandard.at. Die Zielgruppe habe sich hier nicht für die Inhalte interessiert. „Zudem haben wir wenig Lifestyle-Content, für den wir auch die gesamten Fotorechte besitzen.“ Anstelle von Pinterest setzt man beim Standard nun auf Instagram.

Mittlerweile bieten einige Medienmarken Meldungen via WhatsApp an. Der Instant-Messaging-Dienst zählt laut Lisa Stalder zu den vielversprechenden Plattformen für den Standard. Beim Kurier steht man WhatsApp offenbar etwas zurückhaltender gegenüber. Zwar gab es schon kleinere Testversuche, beispielsweise ein Angebot zum Song Contest, eine umfassende WhatsApp-Betreuung ist aber nicht vorhanden. Derzeit sehe man sich an, was die Konkurrenz und auch andere Märkte machen und überlege sich eigene Konzepte, erklärt Julia Kantner, Social-Media-Managerin bei Kurier.at. „Das Angebot sollte individueller sein als das der bestehenden Services. Insofern muss man sich auch die Zeit nehmen und überlegen, was man anbieten kann und anbieten will.“

Dass eine Tageszeitung auf einer Social-Media-Plattform vertreten ist, sagt freilich noch wenig darüber aus, wie gut der Kanal eingesetzt und bespielt wird. So kann man die Vine-Accounts von Standard und Kurier als quasi stillgelegt bezeichnen – das jüngste Kurier-Vine stammt aus dem Dezember 2013, derStandard.at hat zuletzt im Oktober 2014 eines der Mini-Videos veröffentlicht.

Besonders viele Unterschiede zeigen sich bei YouTube. Während manche Zeitungen hier auf mehrere hundert Videos kommen, sind es bei anderen nur eine handvoll. Das liegt vermutlich auch daran, dass einige Tageszeitungen auf hauseigene Videoportale bzw. die den Facebook-Videoplayer setzen. Und: Auch heute noch versteht die eine oder andere heimische Tageszeitung YouTube – aber auch so manche anderen Social-Media-Dienst – in erster Linie als Selbstvermarktungs-Kanal.

Ob und wie die zahlreichen Social-Media-Dienste von heimischen Tageszeitungen bespielt werden, „ist natürlich auch eine Ressourcenfrage“. stellt Julia Kantner fest. „Wir sind der Meinung, dass man sich besser auf wenige Kanäle konzentrieren und diese vernünftig bespielen sollte.“


2016  unter dem Titel „Journalismus zum Anfassen“ erschienen im „Medien Manager.

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